Archive für April 2009
Donnerstag, 30. April 2009
Marie Lundquist: Das vierte Zimmer
die schwedische dichterin schreibt metaphernhafte texte lyrischer prosa. hier ein auszug aus: “Das vierte Zimmer”
“Ich habe drei Zimmer zum Schreiben. Eine kleine Arbeitsbude im ERdgeschoss einer ehemaligen Zementfabrik, ein Schlafzimmer im 13. Stock mit Aussicht über acht Kirchtürme und einen weiß lackierten Schreibtisch in einem Fachwerkhäuschen in Südschweden, am Ende der Welt. Trotzdem fange ich […]
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Donnerstag, 30. April 2009
Marie Lundquist: buchstaben und wörter
“(…) Den zarten Schultern der Buchstaben werden neue Auträge aufgebürdet, und ich erkenne ein unabsichtliches Gesicht nicht mehr. Die Sprache bewegt sich widerspenstig, wie eine Spitzkehre, ein falsch buchstablierter Samen. (…)”
“(…) Ich drehe die Wörter, wie man das Handgelenk dreht, um die Zeit abzulesen, und trinke von der ersten Farbe, die ich zu schlucken bekam: […]
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Donnerstag, 30. April 2009
Marie Lundquist: ist der gedanke ein kind?
“Läßt sich der Gedanke niederschreiben, oder ist er wie ein Kind, das nie schläft, lediglich murmelt zwischen Schlafen und Wachen? Eine Schere mit losen Schnkeln zerschneidet das Gedächtnis. Rings um die Hälse der Wörter Balsam, eine mit Lasur aufgetragene Zärtlichkeit.”
aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke
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Mittwoch, 29. April 2009
Anthony McCarthen: über die qualität zeitaktueller plots
“Heute braucht man als Schriftsteller für die Charkaktere neue Hürden, die unüberwindlich scheinen, etwas, das die Leute aufrüttelt und zur Auseinandersetzung mit den wirklichen aktuellen Voruteilen zwingt. Ich habe das Gefühl, mit der Geschichte von einer Engländerin, die sich in einen Mann verliebt, der schon zwei Frauen hat, habe ich ein Thema gefunden, das der […]
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Montag, 27. April 2009
Donna Leon: krimis lesen und nachkochen
“(…) nach fünfzig Seiten Henry James las ich zur Erholung immer einen Krimi. Die Plots sind in meine DNA eingesickert. Das ist so ähnlich, wie wenn man seiner Mutter fünfzehn Jahre lang beim Kochen zusieht. Und dann fängt man an zu kochen und weiß automatisch, wie es geht.”
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Freitag, 17. April 2009
Pedro Almodovar: “Meine Filme werden immer schwerer”,
meint der spanische regisseur. seinen zuletzt in deutschen kinos gespielten “Vicky Cristina Barcelona” kann er damit nicht gemeint haben. im vorigen monat wurde in Madrid sein 17. film vorgestellt: Los abrazos rotos. schon fürchtet man, dass der blinde regisseur darin womöglich ein autobiografischer hinweis sein könnte, dann erklärt der 57jährige wie ihm die idee […]
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Freitag, 17. April 2009
Durs Grünbein: die “falschen” bücher bestimmen den schriftsteller
“Über viele Jahre gehörte Der Tod des Vergil zu meinen heimlichen literarischen Schätzen. Ich war achtzehn, als das Buch mir in einer ostdeutschen Lizenzausgabe des Verlages Volk und Welt in die Hände fiel, mit seinem verlockenden grünen Schutzumschlag ein kostbarer Besitz.
Es gehört zu den Risiken eines Schriftstellerlebens, dass einer sich früh in die falschen […]
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Donnerstag, 16. April 2009
Aravind Adiga: nicht schockieren
der indische autor, dessen buch Der weisse Tiger nicht nur den Booker Prize erhielt sondern zur zeit der bekanntesten indische roman geworden ist, antwortete auf die frage von Maryam Schumacher:
Geniessen Sie es, Ihre Leser zu schockieren?
“Ich glaube, mein Ziel ist es eher, zu beunruhigen, als zu schockieren; eher den Leser hineinzuziehen, als ihn zu unterhalten. […]
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Dienstag, 7. April 2009
Sabine Thiesler: wie ein psychothriller entsteht
mit der krimi-autorin des romans Die Totengräberin hat Cordula Giese für das Buchjournal gesprochen:
Dem Mörder in den Kopf gucken - mit dieser Erzählperspektive haben Sie vor drei Jahren Ihre Karriere als Romanautorin gestartet. Der “Kindersammler” war sofort ein Bestseller …”
Das spurlose Verschwinden eines Kindes ist für mich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Diese […]
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Montag, 6. April 2009
Andrea Maria Schenkel: aus spiel wird ernst
wie der “Bunker”-Krimi entstand:
“”Bunker” beruht nicht auf einem Fall, sondern ist reine Fiktion. Angefangen hat das Ganze als Spiel. Als ich auf einer Lesereise war, hat mein Mann mir aus Jux und Dollerei ein paar Ideen per E-Mail geschickt und mich gefragt, was ich davon halte. Ich habe dann zurückgeschrieben - und so hat […]