Mi 9 Jul 2008
André Gide über sein tagebuchschreiben
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
wie viele schriftsteller war André Gide, von dessen tagebüchern ich leider nicht alle besitze, ein großer tagebuchschreiber. dennoch bekannte er: “während langer Perioden des Gleichgewichts, des Wohlbefindens, des Glücks habe ich es nicht geführt; wohl aber während jener Zeiten der Depression, als ich seiner bedurfte, um mich wieder zu fangen.” deshalb fürchtete er: “Wenn man später einmal mein Tagebuch veröffentlicht, wird es, wie ich fürchte, eine ziemlich falsche Vorstellung von mir vermitteln.” geht es nicht vielen von uns ähnlich?
“Die Beweggründe, die mich zum Schreiben drängen, sind mannifaltig, und die wichtigsten sind, scheint mir, die geheimsten. Vielleicht vor allem einer: etwas vor dem Tod in Sicherheit bringen - und das führt mich dahin, in meinen Schriften unter allen Eigenschaften besonders die zu erstreben, die der Zeit die geringsten Angriffsflächen bieten.”
18. Juli 2008 um 16:22
… und damit man beim Tagebuchschreiben nicht im Trüben versinkt, rate ich gern: Jeden Eintrag kann man damit beenden, dass man 5 Punkte aufschreibt, für die man dankbar ist. Das rückt die Relationen prima zurecht.
(vgl. E.Mardorf, Ich schreibe täglich an mich selbst. Kreativ leben mit dem Tagebuch)