Archive für Mai 2008
Freitag, 30. Mai 2008
Roberto Bolano: schreiben am abgrund
“Gut zu schreiben bedeutet, dass man fähig ist, seinen Kopf ins Dunkel zu stecken, ins Leere zu springen; dass man weiß, Literatur ist ein grundsätzlich gefährlicher Beruf. Das ist rennen am Rande des Abgrunds: Auf der einen Seite geht es bodenlos tief hinunter, auf der anderen sind die Gesichter derer, die man liebt, und die […]
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Freitag, 30. Mai 2008
Jean Rouaud: talent sucht kritik
“Schreiben heißt, jedes Wort zum Klingen bringen.”
“Kaum hat man einen Satz begonnen, da läßt er einen Dinge sagen, auf die man nicht gefaßt war, da führt er einen in Gegenden, an die man nicht gedacht hat, an Orte, von deren Existenz man bisher nicht einmal etwas ahnte.”
schon deshalb:
“Bleibt keine Wahl als sich zu beweisen, nämlich […]
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Mittwoch, 28. Mai 2008
Marisha Pessl: Die alltägliche Physik des Unglücks
erster Satz des 600 Seiten Debütromans der 1977 geborenen autorin:
“Dad sagte immer, ein Mensch braucht einen fabelhaften Grund, um seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, wenn er will, dass jemand ihn liest.”
Satz Nummer drei:
“Angesichts so rigider Parameter war ich bisher davon ausgegangen, dass ich einen fabelhaften Grund frühestens mit siebzig finden würde, wenn ich Altersflecken und Rheumatiscmus habe, […]
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Dienstag, 27. Mai 2008
Kapuscinskis sehnsucht nach der klosterzelle
Ryszard Kapuscinski, den seine kollegen bewundernd Reporter des Jahrhunderts nannten, hatte bereits etliche bypässe erhalten als er im jahr 2007 an einem herzinfakt starb. sein letztes buch “Notizen eines Weltbürgers” (Eichborn) konnte er noch beenden. aus ihm entnehme ich die folgende passage, die von seiner letzten sehnsucht spricht:
“Nach jahrelangen Reisen durch die Welt sehne ich […]
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Dienstag, 27. Mai 2008
Das Lied der Buschmänner
Wenn wir sterben,
Kommt der Wind an diesem Tag,
Um uns von hier fortzuwehen,
Die Spuren unserer Schritte zu verwischen.
Der Wind weht Staubwolken hoch
Und deckt so
Die Spuren, die einmal dort waren,
Wo wir gegangen sind, zu.
Sonst wäre es so,
Als würden wir
Weiterhin leben.
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Sonntag, 25. Mai 2008
verleger Michael Krüger: autoren sind ein teil meiner welt
Michael Krüger ist schriftsteller und lyriker, der nicht inm eigenen verlag veröffentlicht, denn er ist gleichzeitig geschäftsfüher und literarischer leiter des Hanser Verlags und gibt außerdem die zeitschrift Akzente heraus. auf die frage von Manfred Papst:
“Was bedeuten Ihnen die Autoren als Menschen?” antwortet er:
“Sie sind ein Teil meiner Welt. Aiuf sie bin ich so neugierig […]
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Freitag, 23. Mai 2008
Philip Roth: die idee, das buch, endgültig schluss und gleich weiter
Felicitas von Lovenberg hat Philip Roth im büro seines literaturagentren Andrew Wylie interviewt und gefragt:
Beginnen Sie ein Buch mit dem Gedanken an ein bestimmtes Thema oder mit einer Stimme, einem bestimmten Charakter?
“Mit der Idee zu einer Person, die in einem Dilemma ist, beginne ich eigentlich all meine Bücher.”
Die Liste Iher Veröffentlichungen liest sich wie ein […]
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Mittwoch, 21. Mai 2008
Basim an-Nabris: ein schönes gedichtbild
der palistinensische dichter Basim an-Nabris hat ein schönes bild aus worten gemalt, das ich gern auch euch zeigen möchte:
“Mein Haus ist ein Bücherkeller
und meine Jahre sind ein Stein hinter mir”
es gehört zu seinem gedicht “Ein Mann der Nostalgie”, das beginnt:
Klopf an die Tür eines anderen
Ich tauge nicht zu diesem Beruf:
In die Zukunft zu gehen …
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Dienstag, 20. Mai 2008
Rocko Schamoni: letzte worte
wer den namen Rocko Schamoni hört, denkt wahrscheinlich gleich an zwei andere, aus denen er zusammengesetzt scheint: Rocky, den unbekannten italienischen boxer, der die chance seines lebens erhält und an Peter Schamoni, regisseur und filmproduzent.
Rocko Schamoni hat mit beiden nichts zu tun, hieß er doch bei seiner geburt 1966 noch Tobias Albrecht und war das […]
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Freitag, 16. Mai 2008
Karen Duve: taxifahren & schreiben
Karen Duves neuer roman Taxi (Eichborn) weckt gleich nach erscheinen großes interesse - nicht nur bei taxibenutzern sondern auch bei den kollegen. die schriftstellerin, die in ihrem Regenroman einen schriftsteller auftreten ließ, hat in Taxi die weibliche figur Alex mit den eigenen erfahrungen aus 13 jahren taxifahren ausgestattet. Tobias Rüther interviewt Karin Duve […]