russendisko.jpgWladimir Kaminer, der 1990 ohne deutsche sprachkenntnisse nach Deutschland kam, ist heute durch sein buch Russendisco (bei Manhatten und Goldmann erschienen) und als gründer der Russendisco, wo er als DJ auftrat, ein fixstern in der berliner szene. bevor er in Prenzlauer Berg sesshaft wurde und anfing zu schreiben, arbeitete er an Moskauer theatern als toningenieur und dann:

“… hat sich das Schreiben zu einem Beruf entwickelt - zu einer Sucht, der man sich von einem bestimmten Punkt an gar nicht mehr entziehen kann. Selbst wenn man dies manchmal möchte, zum Beispiel angesichts der Schwierigkeiten, die man dadurch kriegt.”

mit schwierigkeiten meint er das leben in zwei welten, der fiktiven und der realen, zwischen denen er hin- und herpendelt und dabei seine identität so oft wechseln muß, dass er sich womöglich manchmal fragt, wer aus ihm spricht. und dazu gehört auch die angst vor dem verschwinden:

“(…) Erst nach drei oder vier Jahren Schreiberei merke ich, dass ich eigentlich eine Art Selbstvernichtung betreibe. Beim Schreiben geht ja immer ein Stück von dir weg. Und je mehr du schreibst, ja größer die Welt wird, die du geschaffen hast, desto kleiner wirst du selbst - klein und unbemerkbar. Bis du dann irgendwann an der Grenze zum Verschwinden bist. Manchmal war ich schon in Panik.”

die nächste Russendisco ist übrigens am 8. september in der Tanzwirtschaft Kaffee Burger, Berlin, Torstraße 60.